Inselhafen könnte im Meer entstehen
Zur Machbarkeit eines maritim- touristischen Gewerbegebietes vor der Seebrücke Heringsdorf gibt‘s bald qualifizierte Auskünfte.
Heringsdorf (OZ) – Ende Mai soll sie vorliegen — die umfangreiche wie detaillierte „Machbarkeitsstudie für ein maritim-touristisches Gewerbegebiet in den Kaiserbädern“. Der Untertitel des darin analysierten Projektes trägt den vielversprechenden Namen „Inselhafen Heringsdorf“. Und genau darum geht es.
Die mit der Studie von der Kaiserbäder Tourismus Service GmbH (KTS), eine hundertprozentige Tochter der Gemeinde Heringsdorf, beauftragte Firma hält sich mit Auskünften noch zurück. Dem Auftraggeber loyal gegenüberstehend, kündigte Peter Dörnfeld, Geschäftsführer der media mare consulting GmbH in Berlin an, Ende dieses Monats konkreter zu werden. Denn dann soll das Untersuchungsmaterial schriftlich vorliegen. „Mehr hab‘ ich im Moment nicht zu sagen, haben Sie bitte Verständnis dafür“, so der Firmenchef.
Auch Bürgermeister Klaus Kottwittenborg zögert noch mit klaren Angaben. „Vor allem, weil mir noch wichtige Signale zur Finanzierung des Vorhabens fehlen“, sagt das Ortsoberhaupt und meint damit ausstehende Gespräche im Schweriner Wirtschaftsministerium. Allerdings könne er sich gut vorstellen, dass es eine „ordentliche Förderung“ gebe. „Ohne dies bleibt alles doch nur ein Wunschtraum“, meint Kottwittenborg. Auf der Insel kursierende Gerüchte von einem „Klein Dubai“ vor der Seebrücke weisen jedoch Dörnfeld wie Kottwittenborg weit von sich.
Tatsächlich geht es nach OZ-Informationen nicht um einen Strandhafen (Zerschneidung des Strandes, Sedimentbewegungen), sondern um ein Inselhafenbauwerk, das sich etwa 800 bis 1000 Meter von der Uferlinie aus entfernt in der See und vor der Seebrücke befinden könnte und ungefähr 250 Booten das Anlegen ermöglicht. Dort herrscht eine Wassertiefe von knapp zehn Metern, könnten in Senkkastenbauweise Molen von insgesamt knapp 1400 Metern Länge und 16,5 Metern Höhe als Stahlbau errichtet werden.
Summa summarum ergäbe sich daraus de facto eine Verlängerung der Seebrücke von 500 auf 800 Meter. Auf halber Distanz zum Hafenbauwerk könnte eine Plattform entstehen, und parallel zur Fußgängerbrücke (wie bisher) ist eine Standseilbahntrasse mit zwei Zwischenstationen (am Pavillon und an der neuen Plattform) denkbar. Sie würde für den Transport von Gütern und Personen konzipiert, der Antrieb erfolgte per Elektromotor. Ein Waggon (Tempo etwa 36 km/h) würde 100 Personen Platz bieten. Start und Ziel wäre neben der Seebrückenpassage und auf dem Hafenvorplatz.
Derweil betont Kottwittenborg, das die Studie auf einen Gemeinderatsbeschluss zurückgeht. Natürlich sei noch nicht absehbar, ob ein Vorhaben „Inselhafen“ mehrheitsfähig sei. Auf jeden Fall habe jedoch eine Vorabstimmung mit etlichen Ämtern ergeben, dass es offenbar keine Gründe gebe, die das Projekt von vornherein „unmöglich“ machen würden.
STEFFEN ADLER – Ostseezeitung vom 10.05.2010



