Seebrücke erhält neues Gesicht…

Aus eins mach drei: Das Dach über der Mittelplattform hat jetzt zwei Geschwister bekommen. Zu Pfingsten sollen die neuen Läden auf der Heringsdorfer Seebrücke fertiggestellt sein.
Heringsdorf (OZ) – Es ist unübersehbar: Die Arbeiten an der Heringsdorfer Seebrücke gehen mit großen Schritten voran. Auf der Mittelplattform haben sich in den vergangenen Tagen zu dem bereits vorhandenen Dach zwei weitere dazugesellt. „Trotz des eisigen Wetters bin ich mit dem Fortgang der Arbeiten zufrieden“, sagt Friedrich Münzel, geschäftsführender Gesellschafter der Seebrücken GbR.
„Die Leute sind schon sehr fleißig.“ Ziel ist, dass Einheimische und Urlauber auf der Mittelplattform zwischen Brückenkopf und Festlandsbau zur Sommersaison ihrer Shopping-Lust frönen können (die OZ berichtete). Neun neue Ladeneinheiten werden entstehen. „Und die sind bereits alle vermietet“, freut sich Münzel. Der Schwerpunkt liege auf dem Verkauf von Textilien, aber auch Schuhe sowie Bernsteinschmuck und Geschenkartikel gehören zum Angebot.
Nachdem Anfang Februar zusätzliche Stahlträger zur Verstärkung unter die Mittelplattform angebracht wurden, veränderte die Seebrücke in den vergangenen Wochen zusehends ihr Gesicht: Neue Stahlgerüste, erste Dachkonstruktionen — „und jetzt beginnen wir dort mit den Zinkarbeiten“, so Münzel. Zeitgleich werde die Außenfassade in Angriff genommen sowie der Fußboden verlegt.
Bei der Gestaltung habe man sich an den gegebenen Verhältnissen orientiert: „Ein Dach war ja schon da. Wir wollten die bestehende Optik aufnehmen und diese quasi links und rechts spiegeln“, erklärt Münzel. Im Innenbereich werden die Läden mit einer transparenten Glasfassade zum Gang ausgestattet, um eine offene Atmosphäre zu schaffen: „Zum Teil erhalten die Geschäfte auch großflächige Fenster nach außen, damit die Leute auch einen Blick auf die Ostsee und den Strand werfen können.“ Der geschäftsführende Gesellschafter der Seebrücken GbR verspricht sich durch die Umbaumaßnahmen einen weiteren Attraktivitätsgewinn: „Wo sonst kann man schon direkt über der Ostsee einkaufen?“ Bei allem Für — es gibt auch ein Wider: „Ich finde es ein bisschen schade, dass wir hier jetzt keinen freien Blick mehr nach links und rechts haben“, meint Inge Rubow. Für die 72-jährige Potsdamerin wären die Bänke auf der Mittelplattform ideal zum Verschnaufen gewesen. „Ach was, dann gehen wir eben ein paar Meter weiter“, winkt Ehemann Heinz ab. Die Seebrücke sei so lang — „da kann sie ein paar Läden noch gut vertragen.“
Trotz der widrigen Witterungsverhältnisse ist der geplante Eröffnungstermin für Münzel nach wie vor realistisch: „Ich bin zuversichtlich, dass zu Pfingsten alles fertig ist.“
LENNART PLOTTKE – Ostseezeitung vom 10.03.10
