Neues zwischen Ahlbeck und Swinemünde

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Löcknitz/Stettin (dpa/mv) – In der deutsch-polnischen Grenzregion sollen neun touristische und kulturelle Vorhaben im Wert von rund 32 Millionen Euro umgesetzt werden. Das haben die Woiwodschaft Stettin und die Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern jetzt genehmigt, teilte die Kommunalgemeinschaft Pomerania am Montag in Löcknitz mit. Zu den Projekten gehöre eine vier Kilometer lange Promenade zwischen Heringsdorf und Swinemünde (Swinoujscie) mit einer Aussichtsplattform an der Grenze. Zudem sollen kombinierte Rad- und Wasserwanderrouten erschlossen und zwei Museen in Neubrandenburg und Stargard bei Stettin (Stargard Szczecinski) erweitert werden.

Ostseezeitung von 30.03.10

Reiselust der Deutschen beflügelt Immobilienmarkt

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Rügen, Usedom, Fischland-Darß-Zingst: Jede Region hat ihren Charme. Gekauft wird überall – und auch Investoren mischen mit

Kathrin Lange blickt von ihrem Schreibtisch aus direkt auf die Ostsee. Die Geschäftsführerin des Engel & Völkers Büros in Binz auf Rügen ist zufrieden: „2009 war ein sehr gutes Jahr. Wir sind praktisch leer gekauft.“ Lange spricht von Ferienwohnungen, 50 bis 70 Quadratmeter groß, in der Kategorie gute zentrale Lage. Die Nachfrage nach diesen Domizilen sei ungebrochen. Auf dem Markt für Objekte um die 250 000 Euro brummt es. Doch das Angebot ist begrenzt.

Dabei wollen die Käufer, meist erholungsbedürftige Großstädter aus Berlin, Hamburg, dem Kölner Raum und Frankfurt, nicht unbedingt immer in die bekannten Seebäder wie Binz auf Rügen oder Ahlbek auf Usedom. Auch die natürliche Umgebung auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst ist beliebt, genau wie die Mecklenburger Seenplatte. Fast jeder Ort hat einen Trumpf im Ärmel: Kühlungsborn mit einem nagelneuen Yachthafen, das Familienparadies Boltenhagen, Warnemünde mit seiner Nähe zu Rostock und Lübeck. Kathrin Lange: „Entlang der Küste wurde in den letzten Jahren kräftig in die historischen Gebäude und die Infrastruktur investiert. Neben dem Wassersport ist die Ostseeküste inzwischen auch ein Dorado für Golfer.“

Im Jahr 2009 registrierte der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern 28,5 Millionen Übernachtungen. „Das ist absoluter Rekord“, lächelt Tobias Woitendorf vom Verband, „eine Million mehr Touristen als im Vorjahr.“ Dieser Andrang habe sicher auch mit der Wirtschaftskrise zu tun und dem dadurch veränderten Reiseverhalten der Deutschen. „Aber es spricht auch für die Qualität der Angebote an der Ostsee.“

Immer mehr Reiselustige entdecken die Ostseeküste zwischen Lübeck und Graal-Müritz neu, und auch der Immobilienmarkt wird dadurch beflügelt. Trotz der starken Nachfrage bewegen sich die Preise für Ferienimmobilien im Vergleich zu Sylt im „normalen“ Bereich. „Der Quadratmeter in einer Ferienwohnung an der Strandpromenade in Binz kostet je nach Ausstattung 4000 bis 7000 Euro. In Sellin 3000 bis 4600 Euro“, sagt Kathrin Lange. So bieten die Makler zum Beispiel eine 60 Quadratmeter große Zwei-Zimmer-Dachgeschosswohnung in Binz für 300 000 Euro an. Alleinstehende Häuser sind Mangelware, weil strenge Umwelt- und Bauvorschriften ein zügelloses Baggern und Bauen verhindern. Lange: „Häuser kosten in mittlerer Lage zwischen 250 000 und 400 000 Euro. In Toplage liegt die obere Grenze bei 1,5 Millionen Euro.“ Auch solche Objekte hat Kathrin Lange in petto: eine unter Denkmalschutz stehende Villa zum Beispiel, 500 Quadratmeter Wohnfläche mit Meerblick, eigenem Strand und Waldfläche. Kosten: 1,55 Millionen Euro.

Frank Winkler von Maritimus Immobilien lebt seit zwei Jahren in Graal-Müritz. „Die Region hat sehr durch die neue Autobahn 20 gewonnen. Man ist jetzt innerhalb von zwei Stunden aus Berlin an der See, aus Hamburg noch schneller.“ Hinzu komme, dass durch die Finanzkrise Immobilien als Anlageform wiederentdeckt würden. Aber auch Familien fragen immer häufiger nach einer erschwinglichen Wohnung. „Für 120 000 Euro bekommt man schon ein hübsches Objekt“, sagt Winkler. Auch er bestätigt, „dass wir einen guten Sommer hatten.“ Hierfür sei nicht zuletzt auch der Komfort verantwortlich, den inzwischen alle Ostseebäder böten. „Egal ob Döner oder Hummer, Sie finden hier für jeden Geschmack etwas.“

Auch Investoren haben die Region inzwischen für sich entdeckt. Beispiel: die Kristensen Group aus Dänemark. Nach zweijähriger Bautätigkeit hat der skandinavische Investor die Ferienanlage „Strandpark Graal-Müritz“ eröffnet. Die Kristensen Group Deutschland ist vom Potenzial der Küstenregion überzeugt und realisierte mit dem „Strandpark“ ihr viertes Projekt an der Ostsee. 12 Millionen Euro betrug das Investitionsvolumen. Nun stehen auf einem 16 000 Quadratmeter großen Areal 70 Apartments in direkter Strandnähe. Die Wohnungen werden in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten mit einer Fläche von 52 bis 116 Quadratmetern angeboten. Kosten: Zwischen 94 000 und 250 000 Euro. „Wir haben bereits über 55 Prozent der Appartments in Graal-Müritz verkauft“, sagt Gordon Gorski, Vertriebsleiter bei der Kristensen Group Deutschland.

Doch auch im Binnenland sind in den vergangenen Jahren attraktive Ferienanlagen entstanden. Etwa an den Seen im Norden Brandenburgs und in Mecklenburg-Vorpommern, in Orten wie Rheinsberg, Müritz oder Malchin. Naturliebhaber werden entlang der Peene forschen – aber den Tipp vermutlich nicht weiter verraten.

Anja Steinbuch/Klaus D. Voss

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 27.03.2010)

Seebrücke erhält neues Gesicht…

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Aus eins mach drei: Das Dach über der Mittelplattform hat jetzt zwei Geschwister bekommen. Zu Pfingsten sollen die neuen Läden auf der Heringsdorfer Seebrücke fertiggestellt sein.
Heringsdorf (OZ) – Es ist unübersehbar: Die Arbeiten an der Heringsdorfer Seebrücke gehen mit großen Schritten voran. Auf der Mittelplattform haben sich in den vergangenen Tagen zu dem bereits vorhandenen Dach zwei weitere dazugesellt. „Trotz des eisigen Wetters bin ich mit dem Fortgang der Arbeiten zufrieden“, sagt Friedrich Münzel, geschäftsführender Gesellschafter der Seebrücken GbR.

„Die Leute sind schon sehr fleißig.“ Ziel ist, dass Einheimische und Urlauber auf der Mittelplattform zwischen Brückenkopf und Festlandsbau zur Sommersaison ihrer Shopping-Lust frönen können (die OZ berichtete). Neun neue Ladeneinheiten werden entstehen. „Und die sind bereits alle vermietet“, freut sich Münzel. Der Schwerpunkt liege auf dem Verkauf von Textilien, aber auch Schuhe sowie Bernsteinschmuck und Geschenkartikel gehören zum Angebot.

Nachdem Anfang Februar zusätzliche Stahlträger zur Verstärkung unter die Mittelplattform angebracht wurden, veränderte die Seebrücke in den vergangenen Wochen zusehends ihr Gesicht: Neue Stahlgerüste, erste Dachkonstruktionen — „und jetzt beginnen wir dort mit den Zinkarbeiten“, so Münzel. Zeitgleich werde die Außenfassade in Angriff genommen sowie der Fußboden verlegt.

Bei der Gestaltung habe man sich an den gegebenen Verhältnissen orientiert: „Ein Dach war ja schon da. Wir wollten die bestehende Optik aufnehmen und diese quasi links und rechts spiegeln“, erklärt Münzel. Im Innenbereich werden die Läden mit einer transparenten Glasfassade zum Gang ausgestattet, um eine offene Atmosphäre zu schaffen: „Zum Teil erhalten die Geschäfte auch großflächige Fenster nach außen, damit die Leute auch einen Blick auf die Ostsee und den Strand werfen können.“ Der geschäftsführende Gesellschafter der Seebrücken GbR verspricht sich durch die Umbaumaßnahmen einen weiteren Attraktivitätsgewinn: „Wo sonst kann man schon direkt über der Ostsee einkaufen?“ Bei allem Für — es gibt auch ein Wider: „Ich finde es ein bisschen schade, dass wir hier jetzt keinen freien Blick mehr nach links und rechts haben“, meint Inge Rubow. Für die 72-jährige Potsdamerin wären die Bänke auf der Mittelplattform ideal zum Verschnaufen gewesen. „Ach was, dann gehen wir eben ein paar Meter weiter“, winkt Ehemann Heinz ab. Die Seebrücke sei so lang — „da kann sie ein paar Läden noch gut vertragen.“

Trotz der widrigen Witterungsverhältnisse ist der geplante Eröffnungstermin für Münzel nach wie vor realistisch: „Ich bin zuversichtlich, dass zu Pfingsten alles fertig ist.“
LENNART PLOTTKE – Ostseezeitung vom 10.03.10

Usedom bleibt Urlaubsregion Nummer eins

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Knapp 45 Prozent Bettenauslastung: Mehr als vier Millionen Übernachtungen bescherten der Insel auch 2009 einen Spitzenplatz in MV.
Insel Usedom (OZ) – Gute Nachrichten von der Usedom Tourismus GmbH (UTG): Die Vier-Millionen-Marke wurde bei den gewerblichen Übernachtungen auf der Insel Usedom im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Folge überschritten. Mit insgesamt 4 198 906 Übernachtungen konnte gegenüber 2008 eine geringfügige Steigerung von 0,2 Prozent erreicht werden.

Noch erfreulicher: Betrachtet man die Auslastung angebotener Betten, nimmt Usedom im Vergleich zu anderen Ferienregionen weiterhin die Spitzenposition in MV ein. Mit 44,8 Prozent (Vorjahr: 44,1) schlägt Deutschlands nordöstlichste Insel etwa Rügen/Hiddensee (39,2) oder die Mecklenburgische Ostseeküste (43,8). Landesweit liege die durchschnittliche Auslastung bei 40,8 Prozent, so die UTG.

Während die „Übernachtungen aus dem Ausland“ auf niedrigem Niveau um insgesamt 6,3 Prozent zurückgegangen seien, hätten deutlich mehr Gäste aus der Schweiz den Weg an die Pommersche Bucht gefunden. Dank der bestehenden Direktflugverbindung von Zürich nach Heringsdorf wurden 9418 gewerbliche Übernachtungen gezählt — eine Steigerung um 18,4 Prozent. Insgesamt seien im vergangenen Kalenderjahr 35 Prozent der ausländischen Gästeübernachtungen durch die „Eidgenossen“ getätigt worden.

Auch bei der Zimmervermittlung verzeichnete die UTG 2009 ein positives Ergebnis: Etwa 45 000 Gästen konnte ein Feriendomizil auf der Insel vermittelt werden — dies bedeute ein Buchungsumsatz von knapp 7 500 000 Euro. Die eifrigsten Bucher kamen dabei wieder aus Berlin, Sachsen und Brandenburg.

Positiv sei auch die dem Fluggeschäft zuzuordnende Steigerung des Buchungsanteiles aus dem süddeutschen Raum. Nach gutem Start zu Beginn des Jahres sei ab Ende Januar eine wetterbedingte Flaute zu verzeichnen gewesen, teilte die UTG mit. So hätte man zwar im Vergleich zum Vorjahr mehr Buchungen für die Sommermonate generiert, aufgrund der Witterungsverhältnisse jedoch auf viele kurzfristige Buchungen im ersten Quartal verzichten müssen.

Gute Resonanz verzeichnet die UTG auch beim Gastgeberkatalog und der Flugreisen-Broschüre: Seit Erscheinen des Kataloges im November 2009 seien im Vergleich zum Vorjahr bereits 5300

Exemplare mehr versendet worden. Die im Dezember erstmalig erschienene Broschüre „Flugreisen auf die Sonneninsel“ wurde bereits 12400 Mal an Buchungskunden und Usedom-Interessierte versendet.

Am stärksten sei dabei die Nachfrage in den Regionen Frankfurt und Stuttgart, gefolgt von Düsseldorf. Auch die Buchungszahlen für von der UTG angebotene Pauschalreisen können sich sehen lassen: Im Januar und Februar wurden knapp 500 Flugtickets verkauft — im gleichen Zeitraum 2009 konnten lediglich 89 Ticketverkäufe generiert werden.
LENNART PLOTTKE