Diskussion über steigende Anzahl der Ferienwohnungen in den Seebädern
Ausschuss fürchtet Tourismus-Überangebot
Die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschafts- und Tourismus diskutierten gestern über die steigende Zahl der Ferienwohnungen.
Zinnowitz (OZ) – Besorgt schaute Karl-Heinz Schröder (CDU), Vorsitzender des Wirtschafts- und Tourismusausschusses auf die Auflistung der bisher vorhandenen Hotels, Pensionen oder auch Campingplätze und der noch geplanten Ferienwohnungen, Zimmer und Appartements. „Wenn ich schaue, wie viele Ferienwohnungen es auf der Insel gibt und wie viele noch geplant sind, denke ich ganz klar: Das wird zu viel. Wenn ich dann noch sehe, wie viele eigentlich gewollt sind, denke ich: Wir sind dicht“, erklärte Schröder bei der gestrigen Sitzung und lud die Mitglieder ein, über diese Problematik zu diskutieren und über mögliche Lösungen nachzudenken.
„Die Gemeinde Heringsdorf hat bereits gesagt, dass sie voll ist. Aber ich frage mich doch an diesem Punkt, wer hat die starke Bebauung denn zugelassen?“, gab der Vorsitzende zu Bedenken. „Die Hoheit liegt hier bei der Kommune. Ich möchte keiner Gemeinde irgendetwas vorschreiben, sondern den Gemeindevertretungen lediglich einen kleinen Denkanstoß geben“, sagte Kreistagsmitglied Karl-Heinz Schröder.
So gibt es laut der Auflistung, die von der Verwaltung aufgestellt wurde, allein in der Gemeinde Heringsdorf 1026 Wohneinheiten und zwei Ferienhäuser, deren Bau bereits genehmigt ist. 205 Wohneinheiten sowie 135 Zimmer befinden sich noch im Genehmigungsverfahren. Insgesamt gebe es in allen Gemeinden auf der Insel Usedom 2471 genehmigte Wohneinheiten, 805 Ferienwohnungen, 629 Ferienhäuser. Noch im Verfahren würden sich 525 Wohneinheiten, 347 Ferienwohnungen, 113 Ferienhäuser und 248 Zimmer befinden. „Das muss ein Ende haben“, erklärte Karl-Heinz Schröder mit Blick auf diese Zahlen. „Die Auflistung macht mir Angst.“ Denn durch die steigende Zahl der Ferienwohnungen würde sich die Verkehrsproblematik noch weiter verschlimmern. „Wir haben so viele Gemeinden auf der Insel. Mir ist klar, dass es schwierig sein wird, alle zu überzeugen, aber wir müssen versuchen es in die Köpfe reinzubekommen und sie zum Nachdenken anzuregen“, sagte der Ausschussvorsitzende.
Elke Quant (Die Linke) gab zu Bedenken, dass aus der Auflistung nicht eindeutig hervorgehe, ob es sich um große Investoren oder Privatpersonen handle. „Wenn sich eine Privatperson mit der Vermietung von Ferienwohnungen den Lebensunterhalt verdient, ist das etwas anderes“, erklärte Quant. Bevor sie sich ein Urteil bilden könne, müssten die Zahlen zunächst einmal ganz genau aufgeschlüsselt werden.
„Wir werden uns in Zukunft noch mehrfach mit diesem Thema beschäftigen müssen“, sagte Karl-Heinz Schröder und erklärte, dass er auch noch genauere Zahlen vorlegen werde.
ANIKA HOEPKEN
Quelle: OZ/LOKAL/WLG vom 02.09.2010













